Ein schwieriger Anfang - Als Soltana M. im Februar ihre Arbeitsgelegenheit beginnt, ist vieles neu und beängstigend: „Ich war nie in der Schule. Wir sind nach Deutschland gekommen. Ich war immer Hausfrau und Mutter. Zuhause sprechen wir nur unsere Muttersprache. Ich verstehe kein Deutsch. Die Maschinen sind groß und laut. Die neuen Kolleg*innen sprechen alle unterschiedliche Sprachen. Ich fühle mich fremd.“
In der Hauswirtschaft der einfal gGmbH werden gespendete Kleidungsstücke gewaschen, getrocknet, gebügelt und für den Verkauf vorbereitet. In einem kleinen Laden können Menschen mit geringem Einkommen diese Kleidung günstig erwerben. So verbindet das Projekt Beschäftigung mit einem wichtigen sozialen Beitrag im Stadtteil.
Unterstützung im Team
Doch Soltana M. erlebt, dass sie nicht allein ist. „Aber Alle helfen mir. Wir üben Deutsch fürs Bügeln und Waschen. Praktisches Vorarbeiten hilft mir. Ich lerne die Waschmaschinen und Trockner und Sortieren. Ich bügel gut. Ich gewöhne mich an die Einfache Sprache und verstehe bald. Alle sind sehr nett.“
Die Mischung aus praxisnaher Anleitung, Sprachförderung im Alltag und Teamunterstützung macht für sie den Unterschied. Schritt für Schritt wächst sie in ihre Aufgaben hinein – und in ihr Selbstvertrauen.
Der Weg in Arbeit
Besonders wichtig sind für Soltana M. die Dienstagsrunden, in denen das Team über aktuelle Jobangebote spricht:
„Wir sprechen dienstags über Arbeit. Ich fotografiere die Zettel, da sind gute Jobs. Auch Teilzeit. Meine Tochter hilft mir. Ich bekomme eine Probearbeit. Und jetzt habe ich einen Vertrag. Ich wasche und bügle Bettwäsche in einer Textilreinigung. Ich bin glücklich. Danke!“
Heute arbeitet sie bei Fix & Fertig in einer Textilreinigung – 20 Stunden pro Woche, an großen Maschinen, die sie von Anfang an fasziniert haben.
Der Erfolg von Soltana M. zeigt: Arbeitsgelegenheiten sind Brücken in Arbeit – auch für Menschen, die ohne Schule, ohne Schriftkenntnisse und mit geringen Deutschkenntnissen sonst kaum Chancen hätten.
- Sie ermöglichen praktisches Lernen in einem realen Arbeitsumfeld.
- Sie verbinden Arbeit mit Sprachförderung im Alltag.
- Sie eröffnen Wege in reguläre Beschäftigung – auch in Teilzeit, passgenau für Familien.
Kürzungen oder der Wegfall solcher Angebote würden nicht nur weniger Chancen für Integration, weniger persönliche Entwicklung und Erfolgsgeschichten wie die von Soltana M. bedeuten, sondern auch die soziale Infrastruktur schwächen.