Maximilian G.: Ich sehe wieder Sinn

... in meinen Tagen. Maximilian G. ist 46 Jahre alt, gelernter Bürokaufmann – und seit fast 20 Jahren ohne reguläre Arbeit. Gesundheitliche Probleme begleiten ihn seit seiner Geburt: „Ich kann leider nicht jedem Beruf nachgehen.“

Neben den gesundheitlichen Belastungen kam eine Zeit, in der er schwer mit sich selbst zu kämpfen hatte – Rückzug, Perspektivlosigkeit und Isolation bestimmten seinen Alltag. Viele Jahre war es kaum möglich, an Erwerbsarbeit zu denken. Der Fokus lag einzig auf der eigenen Gesundheit. Halt? Nur schwer zu finden. Bis Maximilian im März 2025 die Chance bekam, in die Arbeitsgelegenheit der Virtuellen Welten einzusteigen.

Die Stimme von Maximilian G.
„Mein Name ist Maximilian und ich bin seit dem 17.03.2025 in der AGH der Virtuellen Welten. Der größte Teil meiner Arbeit besteht hier darin, Nachrichten oder Berichte für unsere Sprungnetz Seite erst zu recherchieren und dann im Rahmen eines Artikels online zu stellen. Ich kann in diesem Fall nur für mich sprechen, aber seitdem ich bei den Virtuellen Welten bin, sehe ich wieder einen Sinn in meinen Tagen. Es bringt mir jeden Tag aufs Neue Freude hier zu sein. Ganz besonders wichtig sind mir die sozialen Kontakte. Alle Teilnehmer sind ausnahmslos emphatisch, zugewandt, hilfsbereit und haben immer ein offenes Ohr für die Probleme des Anderen.

Bevor ich die Möglichkeit bekommen habe, an dieser Maßnahme teilnehmen zu dürfen, war ich gezwungen, meinen Fokus ausnahmslos auf meine körperliche Gesundheit zu richten.

Meine Gesundheit beschäftigt mich seit meiner Geburt: Die körperlichen Einschränkungen sind so, dass ich durch den GDB von 70 leider nicht jedem Beruf nachgehen kann. Die Maßnahme erlaubt mir, mich ausprobieren zu dürfen, bereits vorhandene Fähigkeiten und Fertigkeiten zu stärken und neue für mich zu entdecken.

Ich habe für mich feststellen dürfen, dass mir das Schreiben und das Spielen mit der Sprache zunehmend mehr und mehr Freude bereiten.

Das Mitgestalten an der Sprungnetz-Seite, welche ihren Schwerpunkt auf die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit geringem Einkommen richtet, ist für mich eine interessante Aufgabe, die Anderen eine Hilfe ist. Am Anfang habe ich mich persönlich dort nicht gesehen, aber im Laufe der Zeit habe ich verstanden, wie wichtig diese Arbeit bei den Virtuellen Welten sowohl für die Teilnehmenden, als auch ganz besonders für unsere Leser ist. Kultur muss auch für Geringverdiener zugänglich sein, damit die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben nicht nur einigen Wenigen vorbehalten ist. Kultur sollte ein Grundrecht für uns alle sein.

Wenn wir Teilnehmenden auch nur einen Menschen mit dem, was wir hier machen, erreichen, dann haben wir alles richtig gemacht. Alle Beteiligten, insbesondere die Anleitung und die Sozialpädagogin, sind Tag für Tag damit beschäftigt, uns wieder eine berufliche Perspektive zu geben und uns gesellschaftlich wieder sichtbar zu machen. Die ‚Virtuellen Welten‘, welches ein Projekt der einfal gGmbH ist, sollten aus meiner Sicht fortbestehen dürfen, weil sie einen sehr wichtigen Beitrag für die Gesellschaft und auch die Inklusion von Menschen leistet.“

 

 

Die Geschichte von Maximilian G. zeigt: Arbeitsgelegenheiten sind kein Stillstand, sondern gelebte Inklusion.
Sie ermöglichen Menschen mit schweren gesundheitlichen Einschränkungen, mit Brüchen in der Biografie oder langen Zeiten ohne Arbeit, einen sinnvollen Platz im Alltag und in der Gesellschaft.

  • Sie schaffen echte Arbeitsumgebungen, in denen Fähigkeiten gestärkt und neue entdeckt werden können.
  • Sie fördern soziale Kontakte und Teilhabe, die sonst oft fehlen.
  • Sie zeigen, dass Kultur, Bildung und digitale Teilhabe auch für Menschen mit geringem Einkommen erreichbar sein müssen.

Ohne Projekte wie Virtuelle Welten gäbe es für Menschen wie Maximilian keine Chance, ihre Fähigkeiten einzusetzen, ihre Tage sinnvoll zu gestalten und eine Stimme zu bekommen.

Wer wirklich unterstützt wird, verweigert nicht – sondern wächst.

 

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